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Neben Junghelfern aus Eutin und Bergedorf fuhren auch vier Junghelfer des Technischen Hilfswerkes (THW) aus Neustadt für drei Tage zur Studienreise nach Berlin. Es waren Tage, die die Junghelfer tief bewegten und die Spuren hinterlassen haben. Es war definitiv keine „Funtour“!
Die Studienfahrt, die von der Akademie für Politik, Wirtschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern für politisch interessierte Jugendliche angeboten wurde, beschäftigte sich mit dem Thema Nationalsozialismus und Judenverfolgung.
Das THW hat das Angebot aufgenommen und Jugendlichen aus Neustadt, Eutin und Bergedorf diese Fahrt mit dem THW Bus ermöglicht.
So starteten auch die vier Neustädter Jungen, Jonas Kaiser (16 Jahre), Marcel Hofele (14 Jahre), Dennis Wiening (15 Jahre) und Christoph Meckelmann (16 Jahre) am frühen Morgen in Richtung Berlin. Gleich zu Beginn stand die Begehung des Denkmals für die ermordeten Juden Europas – das Stelenfeld. Die Größe, die Aufmachung, die Andersartigkeit beeindruckten die vier Jugendlichen sehr. Gemeinsam mit der Seminarleitung, Herrn Joachim Bussiek und dem Referenten Martin Klähn wurde über die deutsche Geschichte gesprochen.
Auch am nächsten Tag ging es weiter auf Recherche-Tour. Die vier Neustädter befassten sich intensiv mit der „Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche“ (Nur wenige Monate nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 erreichte im Berliner Bezirk Köpenick der Terror der Nationalsozialisten und ihrer Sturmabteilungen einen Höhepunkt. In der Woche vom 21. bis 26. Juni 1933 wurden in einer bisher beispiellosen Sonderaktion mehrere Hundert politische Gegner aus ihren Wohnungen geholt, in die Köpenicker SA-Sturmlokale und das Amtsgerichtsgefängnis geschleppt und dort brutal misshandelt. Zahlreiche der Inhaftierten wurden im Verlauf dieser Ereignisse von den Nazis ermordet. Viele der Opfer erlagen später ihren schweren Verletzungen oder gelten seit den Juniereignissen als vermisst. Im ehemaligen Amtsgerichtsgefängnis Köpenick erinnert seit 1995 eine Dauerausstellung an die damaligen Ereignisse.) und anschließend sahen sie einen Dokumentarfilm über „Stauffenberg“.
Nach diesen emotional, sehr anstrengenden Stunden, beschlossen die Jungen den Tag mit Entspannung zu beenden. Ein Besuch auf dem Berliner Fernsehturm oder im Kino boten sich dafür an. So viele Eindrücke galt es zu verarbeiten. Da trafen Welten aufeinander!
Da diese Studienfahrt als präventiver Beitrag gegen Rechtsextremismus zu sehen war, ging es auch darum zu eigenem Engagement im Sinne einer aktiven Bürgergesellschaft anzuregen.
Aus diesem Grunde fuhr man am letzten Tag zur „Verdi-Jugend“ nach Wannsee.
Dort wurde den Jugendlichen gezeigt, wie nahezu unwidersprochen gesellschaftliche Infiltrierung mit nationalistischen, fremdenfeindlichen, antisemitischen oder anderweitigen abgrenzenden Einstellungen umgegangen wird. Wie schnell man in den Strom mit hineingezogen werden kann, und wie schwer der Weg zurück ist.
Gerade diese Präsentation mit dem äußerst kompetenten Gesprächspartner Herrn Ringo Bischoff hat die Jugendlichen zum Nachdenken gebracht.
Alles in allem, war es eine sehr ansprechende und bewegende Studienfahrt für die Junghelfer. Durch die gute Betreuung und dem verantwortlichen Umgang mit der Thematik während aller Tage, wird diese Fahrt sicher bleibende Spuren hinterlassen. Text: Angela Hüttmann |